Teneriffa im Frühling

Teneriffa im Frühling

22. April bis 05. Mai 2024

Zwischen Vulkanlandschaft, wilden Küsten und kleinen Abenteuern

Zwei Wochen Teneriffa im April – und schon beim Ankommen war klar: Diese Reise würde genau die richtige Mischung aus Aktivsein, Entdecken und Genießen werden. Nach dem Check-in in unserem kleinen, gemütlichen Hotel La Casona del Patio in Santiago del Teide ging es direkt los, die Umgebung zu erkunden. Ein erstes Highlight ließ nicht lange auf sich warten: die beeindruckende Steilküste von Los Gigantes. Diese massiven Felswände, die dramatisch ins Meer abfallen, haben uns sofort in ihren Bann gezogen.

Wandern zwischen Lava, Schluchten und Lorbeerwald

Teneriffa ist ein Paradies für Wanderfreunde – und wir haben die Gelegenheit genutzt:

Eine abwechslungsreiche Tour durch vulkanisch geprägte Landschaften mit Höhlen, Lavafeldern und spannenden Einblicken in die geologische Geschichte der Insel. Gestartet sind wir von Erjos. Bis zum Ende nach Los Silos haben wir es leider nicht geschafft, da ich es nach dem Tauchen etwas unterschätzt hatte. Nach ungefähr der Hälfte haben wir kehrt gemacht.

  • Startpunkt: Erjos

  • Dauer: 3 Stunden

  • Distanz: 6,8 km

  • Abstieg: 570 m

  • Anstieg: 589 m

Ein absolutes Highlight – spektakulär, herausfordernd und einfach wunderschön. Der Weg durch die enge Schlucht bis hinunter zum Meer war eindrucksvoll, auch wenn er einiges an Kondition abverlangt.

  • Startpunkt: Masca

  • Dauer: 5 Stunden

  • Distanz: 18,2 km

  • Abstieg: 602 m

  • Anstieg: 695 m

Fast surreal: dichter, moosbewachsener Lorbeerwald, ein paar Nebelschwaden und eine Atmosphäre wie aus einer anderen Welt. Diese Wanderung hatte etwas Magisches.

  • Dauer: 3 Stunden

  • Distanz: 7,1 km

  • Abstieg: 297 m

  • Anstieg: 323 m

Unterwegs in Städten und besonderen Orten

Neben den Wanderungen haben wir auch einige Orte der Insel erkundet:

San Andres

Perfekt nach der Anaga-Wanderung, mit entspannter Atmosphäre und direkter Nähe zum Meer. Der kleine Ort liegt eingebettet zwischen Bergen und Küste und wirkt fast wie aus der Zeit gefallen: bunte, oft etwas verwinkelte Häuser, enge Gassen und ein ursprünglicher, kanarischer Charme. Ganz in der Nähe befindet sich der bekannte Strand Playa de Las Teresitas – mit seinem goldgelben Sand (der tatsächlich aus der Sahara stammt) eine echte Besonderheit auf Teneriffa. Durch die geschützte Lage mit Wellenbrechern ist das Wasser hier ruhig und lädt zum Entspannen ein – ein schöner Kontrast nach einer Wanderung im grünen Anaga-Gebirge.

Santa Cruz

Die Inselhauptstadt wirkt modern und lebendig, mit einer Mischung aus urbanem Flair und kanarischer Gelassenheit. Breite Alleen, kleine Plätze, Cafés und Geschäfte laden zum Schlendern ein. Besonders schön: die Nähe zum Meer und die entspannte, nicht zu touristische Atmosphäre.

Abades

Ein Ort mit Geschichte: Das verlassene Lepradorf, das in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für die Behandlung von Lepra-Patienten errichtet wurde. Es liegt in einer abgelegenen Gegend, was den isolierten Charakter des Dorfes unterstreicht. Die Gebäude, die heute größtenteils zerfallen sind, entsteht eine ganz eigene, leicht mystische Stimmung. Gleichzeitig ist die Küste dort wunderschön – ideal für einen ruhigen Spaziergang abseits der typischen Touristenorte.

La Orotava

Ein charmantes Städtchen mit kolonialer Architektur, hübschen Holzbalkonen und gepflegten Gassen. Hier spürt man noch viel von der traditionellen Seite Teneriffas. Besonders schön: die ruhige Atmosphäre und die vielen kleinen Details an den Häusern.

Puerto de la Cruz

Deutlich lebendiger, aber angenehm entspannt. Eine Mischung aus klassischem Urlaubsort und gewachsener Stadt. Die Promenade, kleine Restaurants und vor allem der botanische Garten machen den Ort zu einem perfekten Ziel für einen entspannten Nachmittag.

San Juan

Ein ruhiger, eher unscheinbarer Küstenort, der gerade durch seine Gelassenheit überzeugt. Perfekt für einen letzten Spaziergang, um die Reise entspannt ausklingen zu lassen – mit Blick aufs Meer und ohne viel Trubel.

Landschaftlich absolut beeindruckend: weite Lavafelder, bizarre Felsformationen und eine fast außerirdische Szenerie rund um den Vulkan. Leider war es bei unserem Besuch extrem voll, sodass kaum Raum für spontane Stopps blieb. Trotzdem ein Ort, der allein durch seine Dimensionen fasziniert.

Im August 2023 kam es auf Teneriffa zu einem schweren Waldbrand, der insbesondere die Region um Puerto de la Cruz betraf. Das Feuer zerstörte große Waldflächen. Die Löscharbeiten wurden durch schwierige Wetterbedingungen erschwert, doch letztendlich gelang es den Einsatzkräften, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Glücklicherweise gab es keine Todesopfer, jedoch wurden erhebliche Schäden an der Umwelt und Infrastruktur verzeichnet. Aber die Natur erholt sich.

Kontrastprogramm

Als Kontrastprogramm haben wir uns für ein paar Stunden nach Los Cristanos und den Playa Las Americas gewagt. Und ja – das war… sagen wir mal: speziell. Laut, überlaufen, teilweise ziemlich heruntergekommen und geprägt von feierwütigen Touristen. Nach kurzer Zeit war für uns klar: Das ist nicht unsere Welt. Umso mehr wussten wir die ruhigen und ursprünglichen Ecken der Insel zu schätzen.

Abtauchen in eine andere Welt

Natürlich durfte das Tauchen nicht fehlen. Ich war insgesamt neunmal unter Wasser – ein echtes Highlight der Reise. Mit dem Tauchcenter Ocean Trek in Costa Adeje ging es zu verschiedenen Spots:

  • Marazul

  • Abades

  • Alcalá

  • San Juan

Jeder Spot hatte seinen eigenen Charakter, von vulkanischen Formationen bis hin zu vielfältigem Meeresleben. Die vulkanische Küste bietet klares Wasser, Begegnungen mit Meeresschildkröten, Rochen und vielen anderen schönen Lebewesen! Leider wurde die Tauchserie abrupt beendet – mich hat es gesundheitlich erwischt. Ziemlich ärgerlich, aber wohl unvermeidlich.

Kulinarischer Exkurs – Genuss trotz kleiner Herausforderungen

Kulinarisch war unser Aufenthalt im Hotel La Casona del Patio ein echtes Highlight. Wir hatten Halbpension – und vor allem das Frühstücksbuffet hat jeden Tag richtig Spaß gemacht: frisches Obst und Gemüse, Müsli, Brot und Gebäck sowie einige lokale Besonderheiten. Besonders spannend fanden wir die Gofio-Energy-Balls – eine typisch kanarische Zutat mal ganz anders interpretiert.

Am Abend gab es ein Wochenmenü mit Auswahlmöglichkeiten aus Vorspeise, Hauptgang und Dessert. Da Flo Veganer ist, war das Ganze zunächst nicht ganz einfach, da die Optionen meist eher vegetarisch ausgelegt waren. Aber: Die Küche war unglaublich flexibel. Für Flo wurde jeden Abend eine individuelle, vegane Alternative gezaubert – und das nicht nur „irgendwie“, sondern mit richtig viel Kreativität.

Am Ende hatte man fast das Gefühl, dass der Koch selbst Spaß daran gefunden hat, neue vegane Gerichte auszuprobieren und sich daran zu messen. Diese Offenheit und Herangehensweise fanden wir wirklich besonders und alles andere als selbstverständlich. Insgesamt hat das Hotel nicht nur durch seine Atmosphäre, sondern auch durch diese persönliche und engagierte Art absolut überzeugt.

Aber auch in kleinen, gemütlichen Lokalen haben wir es uns wirklich gut gehen lassen:

Fazit

Teneriffa hat uns mit seiner Vielfalt begeistert: raue Küsten, spektakuläre Vulkanlandschaften, verwunschene Wälder und charmante Orte. Trotz kleiner Rückschläge war es eine rundum gelungene Reise – mit genau der richtigen Mischung aus Aktivität und Entspannung.

Und eines steht fest: Das war sicher nicht unser letzter Besuch auf dieser faszinierenden Insel.