Meine Geschichte …

Beginnt Ende 2019: Da hatte es sich die Kackstelze wohl bereits gemütlich gemacht – ich wusste es nur noch nicht. Unwohlsein, Erkältungen, Haarausfall habe ich auf den Stress geschoben. Die doch irgendwie leicht größer werdende und empfindliche Brust hab ich auf den Zyklus geschoben. Ist ja normal, nä? Und das Blutbild war ja auch immer in Ordnung. Habe gefeiert, habe gelebt. Konzerte, Festivals, Urlaub, Rock’n’Roll! Silvester auf ein phänomenales 2020 angestoßen – ja, das wird ein geiles Jahr. Denkste.

Anfang Januar 2020: Da hat die Katze den Krebs gefunden. Da hockt sie auf meinem Bauch, will weg, stößt sich ab und mit der Hinterpfote direkt auf die linke Brust. Tat weh. Ein dickes Ei. Dachte erst, das kommt von der Katze und hab mir erstmal nichts dabei gedacht. Vor allem, weil man das Teil auch nur spüren konnte, wenn ich gelegen bin und den Arm hochgehalten habe. Hab dann irgendwann mal zu meinem Mann gesagt, „Oha, schau mal, voll das Ei…“ Und dann hat mir mein Bauchgefühl doch gesagt „das musst du anschauen lassen“.

Donnerstag, 23.01.2020: Da saß ich nun in der Frauenarzt-Praxis und wartete, positiv gestimmt (ich gehe regelmäßig zu sämtlichen Vorsorgeuntersuchungen und immer ist alles tippi-toppi). Es wurde abgetastet und ein Ultraschall gemacht. Das „Ding“ war sofort im Bild. Recht groß. „Eine Zyste ist es nicht. Von der Struktur her aber eher untypisch für was bösartiges“, hat sie gesagt. Aber es sollte besser radiologisch abgeklärt werden. Ich soll mir keine Sorgen machen, wir wollen nur auf Nummer sicher gehen. GOTTSEIDANK! Leicht panisch war ich dann doch, denn auf dem Überweisungsschein stand „Verdacht auf Mamma Ca“. Nachdem ich mehrere Praxen abtelefoniert hatte (ich wollte schnellstmöglich einen Termin), habe ich direkt für den nächsten Tag einen Termin zur Mammographie bekommen.

Freitag, 24.01.2020: Schön ist so einen Untersuchung nicht. Schmerzhaft. Und als ich das Bild gesehen hab, war ich erstmal geschockt und bin in Tränen ausgebrochen. Das sah so unglaublich erschreckend aus. Dieses riesen Ding! Die Arzthelferin hat mich erstmal wieder beruhigt und mir schon mal das Formular für die Biopsie in die Hand gedrückt („nur für den Fall dass, dann sparen wir uns Zeit“, hat sie gesagt). Nach der Bildgebung wurde noch mal ein ausgiebiger Ultraschall gemacht. „Das sieht nicht bösartig aus. Das ist zu 95% ein Fibroadenom. In ganz seltenen Fällen kann das bösartig sein aber es sieht nicht danach aus. Aber vorsichtshalber wir machen jetzt trotzdem die Biopsie“. GOTTSEIDANK!

Dienstag, 28.01.2020: Das Wochenende war schrecklich. Dieses Warten und diese Gedanken. Da ich mir aber immer wieder die Worte der Ärztin vor Augen gehalten habe, dass es ja „nichts schlimmes“ sein kann, hatte ich die Zeit ganz gut überstanden. Hatte es sogar fast schon als erledigt betrachtet. Und dann kam dann der Anruf der Frauenärztin: „Ist leider nicht gut“. Den vorläufigen pathologischen Befund habe ich dann noch am selben Tag abgeholt. Diagnose: Gering differenziertes, invasives Mammakarzinom G3. Weitere Untersuchungen wurden eingeleitet.

Donnerstag, 30.01.2020: Termin im Brustzentrum in München. Zwischenzeitlich noch einen weiteren Befund bei der Frauenärztin geholt. Triple negatives Mammakarzinom G3 iT2 iN0 Ki67: 70%. Dr. P.: „Das ist heftig. Ein schnell wachsender sehr aggressiver Tumor.“ Und was bedeutet das jetzt für mich? „Wir bekommen das hin“, hat er gesagt und mir erklärt, was jetzt alles auf mich zukommt. Danach hatte ich noch ein Aufklärungsgespräch bei einer Breast Cancer Nurse. Ich kann mich zwar nur noch an die Hälfte erinnern, hatte gleich aber das Gefühl, hier bin ich guten Händen.

Danach kamen in kurzen Abständen einige Termine auf mich zu:

  • 31.01.2020 – Hausarzt: Herzecho, Blutbild
  • 04.02.2020 – Radiologie: Knochenszintigramm
  • 05.02.2020 – Radiologie: CT Abdomen / Bauch
  • 05.02.2020 – Brustzentrum: Besprechung der Befunde und Clipmarkierung
  • 07.02.2020 – Brustzentrum: Kontrastmittel-Mammographie
  • 10.02.2020 – Radiologie: Einsetzen Port
  • 11.02.2020 – Krankenkasse: Unterlagen zwecks Krankengeld
  • 12.02.2020 – Onkologische Tagesklinik: Psycho-Onkologin
  • 13.02.2020 – Brustzentrum: Biopsie eines weiteren Herdes in der anderen Brust
  • 13.02.2020 – Onkologische Tagesklinik: Besprechung Chemotherapie

Das Staging (Knochenszintigramm und CT) war für mich das Schlimmste. In diesen Tagen habe ich einfach nur noch funktioniert, hab einfach alles über mich ergehen lassen. Das wichtigste Ergebnis am Ende dieser Tortur aber war: Keine Metastasen – der Krebs hatte zum Glück noch nicht gestreut. Gute Voraussetzungen für das das Thema Heilung.

Das Bin ich
Das Bin ich
Mein Name ist Melanie, ich bin 42 Jahre jung, seit 15 Jahren mit dem tollsten Mann der Welt verheiratet und Mutter einer wunderbaren 17jährigen Tochter. Ich freue mich, dass Du mich auf meinem Weg begleitest.

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Mein Therapie-Fahrplan

Meine Akut-Therapie bestand aus drei Teilen:
Einer neoadjuvanten Chemotherapie, darauffolgend die OP und im Anschluss daran noch eine Strahlentherapie.

Chemotherapie

  • 19.02.2020: Start Chemotherapie mit 4 x EC (Epirubicin + Cyclophosphamid), alle 3 Wochen

  • 13.05.2020: Weiter mit 12 x TC (Paclitaxel + Carboplatin), wöchentlich

  • 13.08.2020: Geschafft – YEAH!

Operation

Bestrahlung

  • 09.10.2020: Aufklärungsgespräch Strahlentherapie

  • 27.10.2020: Planungs-CT und Markierungen sowie Aufklärung zur atemgesteuerten Bestrahlung

  • 02.11.2020: Beginn Strahlentherapie (täglich Mo-Fr), 16 hypofraktionierte Bestrahlungen plus 5 Boost

  • 02.12.2020: Geschafft – YEAH!

Wie geht es jetzt weiter?

Es ist geschafft! 11 Monate Akut-Therapie liegen jetzt hinter mir. Eine Achterbahnfahrt – körperlich und psychisch. Es gab Momente, da hätte ich am liebsten alles hingeschmissen, da ich schon sehr am Limit war. Im Großen und Ganzen muss ich aber sagen: Es hätte alles schlimmer kommen können.

Im Januar 2021 war für drei Wochen auf AHB – die sogenannte Anschlussheilbehandlung. War leider kein schöner „Abschluss“ (siehe Blogbeitrag).

Aber was kommt danach? Bin ich jetzt „geheilt“? Ja, das ist ein guter Punkt. Nein, geheilt bin ich noch nicht aber lt. Statistik und den Ärzten habe ich sehr gute Chancen auf ein Langzeitüberleben. Und auch wenn nichts mehr so sein wird, wie vorher war möchte ich zurück dieses „neue“ Leben. Weil Fuck it – im Alive! Das Leben rockt!

Seit Oktober 2020 bin ich offiziell als „Krebsblogger“ bei Cancer Unites registriert. Schaut gerne mal vorbei!